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Eine Kirgisin präsentiert ihren Shyrdak













DI 09.09. | 20:30
ST. GEROLD































MI 10.09. | 18:00
ST. GEROLD

























MI 10.09. | 20:30
ST. GEROLD
















DO 11.09. | 18:00
ST. GEROLD


























DO 11.09. | 20:30
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FR 12.09. | 18:00
ST. GEROLD
































FR 12.09. | 20:30
ST. GEROLD

























 

 

MI 10.09. | 19:00
SONNTAGS












































SA 13.09. | 20:00
ST. GEROLD







































SO 14.09. | 11:00
ST. GEROLD

FILMTAGE ERÖFFNUNGSFILM
Das Erbe der Bergler (CH, 2006)
Geroldhus, St. Gerold
Erich Langjahr, Schweiz, 2006, 97 min
Eröffnungsfilm in Anwesenheit des Regisseurs


Erich Langjahrs jüngster Streifen dokumentiert in gewohnter Präzision die aussterbende Tradition des Wildheuens im Muotatal (Kanton Schwyz, CH). Ein Film über die Natur und ein Stück Schweizer Kulturgut.

Jedes Jahr, zum Schweizer Nationalfeiertag am 1. August, steigen die Wildheuer vom Muotatal auf den Hinteren Heubrig, um das Erbe ihrer Väter aufrecht zu erhalten. Sie sind bepackt mit Schlitten, Sensen, Heugaren und Griff-Holzschuhen, die zuvor von den Männern in ihren Werkstätten selbst gefertigt wurden. Im Rhythmus der Arbeit und der Jahreszeiten erzählt der Film von den Anstrengungen des Wildheuens. Vom Heuen an den steilen Berghängen, vom Herablassen der Heuballen an Seilwinden, von deren Lagerung bis zum Winter und der mühsamen Beförderung mit Schlitten ins Tal. Hier ist kein Platz für Sentimentalität und Romantisierung. Langjahr interessiert die Naturverbundenheit und das Traditionsbewusstsein der portraitieren Wildheuer. Und er scheut keine Mühen, die Bilder unter den schwierigen, teils gefährlichen Bedingungen am Berg einzufangen.

Die schweigsamen Bilder lenken die Konzentration auf die wesentlichen Handlungen und ermöglichen ein persönliches Reflektieren über das eigene Verhältnis zur natürlichen Umwelt. Aus den Bildern und den Erzählungen der Wildheuer sprechen der Respekt vor Tradition und Natur.

Lettere al vento (IT, 2003)
Geroldhus, St. Gerold
Edmond Budina, Italien/Albanien 2002, OmU, 84 min.
Preis der Jury, Festival "Der neue Heimatfilm" Freistadt 2004.

Albanien, irgendwann während der kommunistischen Ära. Ein Taschentuch brennt im Dunkeln, ein Mann bewegt eine Fackel, ein großes Feuer wird sichtbar. Niko, ein Lehrer und Parteisekretär wacht auf: Was für ein seltsamer Traum war das? Goni, ein Freund Nikos, liebt es, etwas brennen zu lassen, wenn er glücklich ist. Dieses Mal verbrennt er seine Netze und sein Boot. Er wird eingesperrt und entgeht der Todesstrafe nur, weil Niko ihn rettet. Die Freundschaft wird größer.

Albanien, Jahre nach dem Zerfall des kommunistischen Regimes. Schritte von Soldaten in einer dreckigen Straße. Kaputte Schuhe, zerrissene Kleider, Schlamm. Niko ist 50 Jahre alt, arbeitslos. Er überlebt nur, weil sein Sohn Mikel ihm Geld aus Italien schickt. Seit langer Zeit hat Niko nichts mehr von Mikel gehört. Warum?

„Die Offenheit, mit der Edmond Budina seine Schwierigkeiten in der Erzählweise darstellt, die Kraft der Bilder, die moralische Korrektheit, seine Ethik, lassen die wenigen Defekte eines bewegenden Films, der in den Schulen gezeigt werden müsste, schnell in Vergessenheit geraten.“ (Aldo Fittante)

Il vento fa il suo giro (IT, 2005)
Geroldhus, St. Gerold
Giorgio Diritti, Italien 2005, OmU, 107 min.

Philippe Héraud ist Ziegenhirte geworden, nachdem er seinen Job als Lehrer aus Enttäuschung über das französische Schulsystem aufgegeben hat. Durch den bevorstehenden Bau eines Atomreaktors verunsichert, verlässt er die Pyrenäen und zieht mit seiner Frau, zwei Kindern und einer kleinen Anzahl von Ziegen ins Alta Valle Maira in der Provinz Cuneo/Piemont, um dort Käse zu produzieren. Im Dorf Chersogno, in dem nur noch Alte leben und der Sommertourismus in einer Krise ist, findet er ein Haus. Doch die Bevölkerung ist zweigeteilt, was die Haltung gegenüber dem Zuwanderer betrifft. Die meisten lehnen ihn ab, einige versprechen sich von seinem Engagement einen möglichen Aufschwung im Ort. Durch diverse Vorfälle kulminieren die Animositäten.

Bellavista (AT, 2006)
Geroldhus, St. Gerold
Peter Schreiner, Österreich 2006, 117 min.
Sprache: Deutsch/Plodarische OF mit deutschen UT, Original mit Untertitel

Bellavista – der Name, den so viele Hotels in Bergorten tragen – ist auch der Name eines Hotels im abgelegenen Sappada (Pladen, Plodn), einer Sprachinsel in den Karnischen Alpen Norditaliens, unweit der Grenze zu Österreich. Giuliana, die einzige Tochter des Hoteliers Piero und seiner Frau Diana, Jahrgang 1957, geboren in Sappada, lebt nach Aufenthalten im Ausland, Germanistik-Studium, zwei schweren Unfällen und dem Tod zweier Brüder wieder bei ihrer Familie im Bellavista. Ihr jüngster Bruder führt – zusammen mit der Mutter – das Hotel. Neben ihrer Arbeit in der Hotelküche erforscht und dokumentiert sie seit mehr als zwei Jahrzehnten den Dialekt des Plodarischen, der ihr seit ihrer Kindheit vertraut ist. Der Film begleitet sie bei ihren Besuchen der Alten und zu Ausflügen an versteckte Orte ihrer Kindheit.

Giuliana bewegt sich durch das Dorf entlang ihren eigenen Lebenslinien und wird mit der Widersprüchlichkeit und Zerrissenheit ihrer eigenen Lebensgeschichte konfrontiert. Ihre Suche steht für eine neue, heute oft einzig mögliche Existenzweise: den Versuch, die eigene Kindheit nicht aus den Augen zu verlieren.

I Cimbri (AT, 1991)
Geroldhus, St. Gerold
Peter Schreiner, Österreich 1991, 116 min.

Vierzig Kilometer von Verona entfernt, in den südlichsten Ausläufern der Alpen, liegt das kleine Dorf Giazza. Dort leben die letzten Vertreter einer aus dem 13. Jahrhundert stammenden germanischen Kultur und Sprache: die so genannten Zimbern. Verkehr, Medien und Industrialisierung haben diese Minderheit fast gänzlich zum Verschwinden gebracht. Die alten Menschen sind Sinnbild für alles, was uns heute unwiederbringlich verloren gegangen ist.

Einst süße Heimat - Begegnungen in Transsylvanien (AT, 2006/07) Geroldhus, St. Gerold
Gerald Igor Hauzenberger, Österreich 2006/07 , 75 min, DF.

Ein alter Mann lebt in einem kleinen Karpatendorf in Transsylvanien. Er ist Sachse. In seinem Garten hat er ein altes geflicktes Leintuch ausgebreitet. Dort will er sterben und von den Tieren aufgefressen werden. Keine Musik und kein Pfarrer. 50 km entfernt sitzt eine Frau auf ihrem Grabstein. Sie ist eine Landlerin. Ihr eingraviertes Todesdatum hat sie bereits fünf Jahre überlebt. Das nationalsozialistische Regime in Deutschland hat ihn zum Täter gemacht, als er mit 17 in den Krieg zog. Sie hingegen musste sechs Jahre in ein sowjetisches Arbeitslager.

Der Film zeigt zwei sehr humorvolle und doch gebrochene Menschen, die den Niedergang ihrer eigenen Kultur miterleben. Nur wenige Hundert leben noch. Trotzdem verbot ihnen ihr Nationalstolz, sich mit anderen Völkern zu „vermischen“. Nun sind sie beide alt, alleine und wollen sterben. Am liebsten einfach aus der Welt „verschwinden“.

"Hauzenberger gibt den Ausführungen dieses Ewiggestrigen lange Zeit breiten Raum, ohne zu intervenieren. So kann man miterleben, wie er vor einer Gruppe von Roma seine rassistischen Auffassungen ausführt oder kulturpessimistisch über die Hybris der Menschheit lamentiert. Die Verlorenheit dieses Menschen ist so groß, dass sie an etlichen Stellen schon wieder komisch erscheint. Dabei ist es das Verdienst dieses Films, dass er seine Protagonisten nicht desavouiert: Erst als Schuff die Existenz von Gaskammern anzweifelt, greift Hauzenberger ein – dass er ihn überzeugen wird, darf ausgeschlossen werden." (Dominik Kamalzadeh/Der Standard)

Waiting for the clouds (FR, DE, GR, TÜ, 2004)
Geroldhus, St. Gerold
Yesim Ustaoglu, Frankreich/Deutschland/Griechenland/Türkei, 90 min.

Berlin International Film Festival/ Panorama 2005
Sundance Filmmakers Award für das beste europäische Drehbuch 2003
Istanbul International Film Festival, Preis als beste Schauspielerin 2004

Der bereits 2005 auf der Berlinale gezeigte Film handelt über die Vertreibung der Griechen aus Anatolien: Eine 60-jährige, deren Familie einst nach Griechenland deportiert wurde und die selbst als kleines Mädchen in eine türkische Familie adoptiert wurde, arbeitet nach dem Tod ihrer Schwester ihre eigene Vergangenheit auf.

"Waiting for the clouds" von der aus Kars an der Grenze zu Armenien stammenden Regisseurin widmet sich einem politisch heiklen Thema, der Zwangsumsiedlung der aus der Pontos-Region an der Südostküste des Schwarzen Meeres stammenden türkischen Griechen, von der vor, im und nach dem 1. Weltkrieg Hunderttausende betroffen waren.

„Waiting for the Clouds“ aber ist ähnlich wie Ustaoglus Werk „Reise zur Sonne“ kein aufwieglerischer, sondern ein versöhnlicher Film, der Licht in eines der vielen, von der Militärdiktatur tabuisierten Themen der jüngeren türkischen Geschichte bringen will. (Suzan Aytekin-Alavi)

KIRGISISCHER ABEND: VORTRAG & FILM
Vortrag: Portrait Kirgistan
Film: Sehnsucht nach Djamila
HEIMATMUSEUM SONNTAG
19:00 Uhr: Vortrag von Lilli Brunialti, Ursula Meyer, Evelyn Rainer und Gan Jambaa über Kirgistan & die Produktion von Shyrdaks
20:30 Uhr: Film "Sehnsucht nach Djamila"


Der Walserherbst zeigt die Filmversion der Novelle des berühmten kirgisischen Autors Tschingis Aitmatow. Davor ein bilderreicher Vortrag über sein Heimatland.

Im Anschluß reichen die Vortragenden Wein, Tee und Kostproben der Küche Zentralasiens.

Filminfo "Sehnsucht nach Djamila" (UdSSR 1969, Regie: Irina Poplavskaya, s/w, dt. Fassung)
In der wunderbaren Inszenierung von Irina Poplawskaja wird die Weite der kirgisischen Steppe von Kameramann Kadyrshan Kadyralijew in eindrucksvoll schwelgerische Bilder gefasst, vor deren Hintergrund sich der innere Kampf der Hauptfigur zwischen Pflicht und Glück abspielt. Die Novelle wurde von Louis Aragon als „schönste Liebesgeschichte der Welt“ bezeichnet. (Text: VideoWoche)

Die Vortragenden:
Lilli Brunialti studierte Textil Design in Rom. Sie ist freiberuflich in verschieden künstlerischen Berufen (Malerei, Inneneinrichtung, Textil Design) tätig.

Ursula Meyer studierte Grafik an der Universität für Angewandte Kunst in Wien und ist ebenso freiberuflich in verschieden künstlerischen Berufen (Grafik, Inneneinrichtung, Bühnenbau) tätig.

Evelyn Rainer: Studierte Kultur- und Sozialanthropologie und Russisch an der Universität Wien. Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Iranistik an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Gan Jambaa: Geboren in der Mongolei, studierte klassische Geige in Moskau und Wien. Lebt in Wien.


Länderberichte über Kirgistan finden Sie hier.

METROPOLIS
Live-Musik von Stummfilmpianist Gerhard
Gruber
Geroldhus, St. Gerold
D, 1925/26, Regie: Fritz Lang, Drehbuch: Thea von Harbou

Gerhard Gruber, gefragtester Stummfilmpianist Österreichs, begleitet an diesem Abend Fritz Langs Filmmeisterwerk "Metropolis"am Piano. "Das Gefühl, mitten im Geschehen dabei zu sein, war unbeschreiblich und ist bis heute unverändert geblieben. Das ist auch ein Garant für die Lebendigkeit der Stummfilmabende. Es ist nie der Film allein, es ist immer die Dreiheit Film - Musik - Publikum, und deshalb ist jeder Abend auch ein eigenes Erlebnis", so Gerhard Gruber über seine Tätigkeit.

Gerhard Grubers spezieller Zugang zur Stummfilmbegleitung ist die Improvisation, die er als direkten und immer neuen Dialog mit dem Geschehen auf der Leinwand ansieht. So ist keine Aufführung eines Filmes gleich, er liebt es, sich immer wieder neu von den Filmen verführen zu lassen und diese Verführung an das Publikum weiterzugeben.


Informationen zu Gerhard Gruber finden Sie auf seiner Website: www.filmusik.at

FILMBRUNCH "Sten Laurel & Oliver Hardy"
GEROLDHUS, ST. GEROLD
Der Walserherbst lädt zu einem unterhaltsamen Filmmatinee mit zwei Giganten des Slapstick: Stan Laurel & Oliver Hardy.

Am Programm stehen drei ihrer legendären Stummfilme, Live-Musikbegleitung inklusive. Danach: Brunch im Geroldhus.