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© Nikolaus Walter

© Nikolaus Walter

BILDER VOM REISEN
Fotografien von Nikolaus Walter
Ausstellungseröffnung: Fr 27.08. / 21:00 / Sparmarkt RAGGAL
Öffnungszeiten: Sa 28.08.–Sa 18.09.2010 / Mi–So 16:00–21:00
Führungen mit Nikolaus Walter: Fr 10.09. & Fr 17.09. / 17:00
Im aufgelassenen Sparmarkt der Familie Rautnig in Raggal

Eine Frau am Strand. Über ihr die Sonne, vor ihr das Meer. ‚Sehnsucht' – kein Wort erzählt mehr vom Reisen. Und doch scheint das Wort gerade dort am verlässlichsten ins Leere zu führen, wo die ersehnte Weite greifbar nah geworden ist. Das gegen die brennende Sonne über den Kopf geworfene Kleid, dichtgedrängte Hotelblocks an Urlaubsküsten, eine Schafherde am Kreisverkehr oder ein im Kofferraum seines Reisebusses sich ausschlafender Fahrer: Nikolaus Walters Bilder vom Reisen suchen jene Augenblicke, in denen sich die Versprechungen der großen weiten Welt gerade im Naheliegenden so unbeirrbar brechen, da sie dem Geheimnis von Sehnsucht auf der Spur sind. (Martin Prinz, Schriftsteller, lebt im Großen Walsertal)

Nikolaus Walter, geboren 1945 in Rankweil, lebt nach Aufenthalten in England, den USA und Kanada als freischaffender Fotograf in Feldkirch (A). Seit den 70er Jahren ist er auf dem Gebiet der "Autorenfotografie" tätig, mit ausgesprochenem Schwergewicht auf zyklischen Arbeiten im Sinne der Reportage. Sein Engagement für Menschen und ihre Lebensbedingungen findet in seinen Fotoarbeiten ebenso Ausdruck wie sein feiner, tiefer Blick hinter Fassaden und Stereotype.

 

© Nikolaus Walter

FREMDE IM ZIMMER – ERINNERUNGSRÄUME
Ausstellungseröffnung:
Sa 28.08. / 17:00 / Hotel Post FONTANELLA
Öffnungszeiten: So 29.08.–Sa 18.09.2010 / Di–So 15:00–19:00
Führungen mit den Kuratorinnen: Do 09.09. & Do 16.09. / 16:00
Im früheren Hotel Post in Fontanella

Ein Alpenhotel in bester Lage bietet Raum für eine besondere Ausstellung. Erinnerungsstücke enthüllen den BesucherInnen sanft, aber doch unweigerlich die Realität florierender Zeiten der jüngeren Vergangenheit in einer aufstrebenden Fremdenverkehrsregion. Der Tourismus, ausgestattet mit unerschütterlichem Fortschrittsglauben, steckt in den Wirtschaftswunderjahren noch in Kinderschuhen. Doch die Füßchen darin wachsen schnell. Zukunftsperspektiven bilden den Gesprächsstoff vieler Diskussionen.

Ein Wandprotokoll ermöglicht den Rückblick auf hochtrabende Pläne und enthusiastische Vorhaben im Zeichen des Fortschritts. Ton- und Bilddokumente unterstreichen das stetige Bemühen, im sich beschleunigenden Zug der Zeit bessere Plätze zu ergattern. Alltagsgegenstände aus Gasthäusern, Pensionen und eilig hergerichteten Fremdenzimmern geben Einblick in die Trends der 1960er Jahre.

Die Automatenzeit beginnt. Knabberzeug und Zigaretten fallen nach Münzeinwurf in offene Hände, während exotisch erotisch verbotene Musik auf offene Ohren trifft. Glocken am Stammtisch läuten Lokalrunden ein und übertönen hochwürdige Bedenken. Was den Gästen im Urlaub gefällt, erfreut die Dorfjugend das ganze Jahr. "Weißt du noch ...? Damals, als ...?"

Was haben wir aus dem Fremdenverkehr gemacht? Was hat der Fremdenverkehr aus uns gemacht? Fragen, die sich wie ein roter Faden durch das Programm des Walserherbst 2010 ziehen – und auch offen diskutiert werden. Zum Beispiel beim Dorfgespräch am Di, 14. September 2010, um 20:00 Uhr im Wiener Kaffeehaus in Fontanella.

Kuratorinnen: Elisabeth Burtscher und Marlies Bouzo
Auftragswerk: WANDPROTOKOLL von Anna Dworak

 

© Nikolaus Walter

STAHLPROJEKT duercube
Ein Kubikmeter Freiraum im freien Fall …

Fr 03.09. / 18:00 / Seilbahn SONNTAG-STEIN
17:00: Treffpunkt Parkplatz Seilbahn Sonntag-Stein,
von dort Zugang zu den Zuschauerplätzen
18:00 (pünktlich!): Abwurf des duercube, anschließend
Bergung und Besichtigung.

Der Vorarlberger Schlossermeister Alexander Dür hat ein Faible für Aktionskunst. Sein "duercube" ist ein Stahlwürfel von einem Meter Kantenlänge. Den "Kubikmeter Freiheit" setzt er zum Teil spektakulären Deformationen durch Schwerkraft, Wetter und andere physikalische Kräfte aus. Fällt der Würfel, fallen Normierungen und Konventionen.

Der Würfel ist auf Grund seiner geometrischen Eigenschaften Sinnbild für Konstruktion, Perfektionismus und Regeln. In der Zeit, in der immer tiefer in den persönlichen Freiraum eingegriffen und das Leben verstärkt von außen konstruiert und geregelt wird, möchte Alexander Dür mit einem Würfel aus Stahl diese Grenzen darstellen, biegen und eventuell sogar brechen.

Vor den Augen des Publikums wirft Alexander Dür den "duercube" aus der Seilbahn Sonntag-Stein 210 Meter in die Tiefe. Erleben Sie von verschiedenen Plätzen aus den Abwurf des Stahlwürfels mit anschließender Bergung, Besichtigung und Berührung! Der durch den Aufprall neu geformte "Kubikmeter Freiheit" wird im Abwurfbereich des Lutzbaches feierlich auf einen Sockel gehoben.